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Nach einem wechselhaften Geschäftsjahr, das sowohl Umsatzsteigerung als auch einen Profitrückgang beinhaltete, blickt der Software-Anbieter für Archivierung und Content-Management Open Text optimistisch in die Zukunft. Mittels einer engen Partnerschaft mit Microsoft und SAP und dem Geschäft mit Archivlösungen sollen die Weichen für die Unternehmenszukunft gestellt werden. Diese Zukunft beinhaltet allerdings auch Restrukturierungsmaßnahmen wie eine Standortreduzierung bzw. Zusammenlegung eben dieser, welche noch bis zum Ende des laufenden Quartals vollzogen werden sollen.
Als „Gold certified Partner“ von Microsoft möchte Open Text offensichtlich die direkte Konkurrenz mit den Redmondern nachdrücklich vermeiden und stattdessen als Backend für Enterprise Content Management (ECM) gesehen werden. In diesem Sinne will Open Text mithilfe von Produkten zur E-Mail-Verwaltung, Monitoring und Management den „Exchange“-Server erweitern, während Outlook den Client stellt. Zusätzlich soll es eine enge Integration des „Sharepoint Portal Server 2003“ geben, für den der Hersteller Software zur Archivierung und Records-Management bereitstellt. Open Text stellte hierfür unlängst Komponenten vor, die Content und Funktionen der ECM-Software „Livelink“ in das Sharepoint Portal integrieren. Außerdem werde sowohl der nächste Bürosuite „Office 12“ als auch die Entwicklungsumgebung „Visual Studio 2005“ unterstützt.
Es gibt weltweit ca. 60 Millionen Sharepoint-User. Die Unternehmensführung von Open Text sieht hier eine Nische zur Umsatzsteigerung, da Microsoft im Rahmen des Enterprise Content Management keine eigene Produktstrategie verfolgt. Die berechtigte Frage nach einer Übernahme durch den Software-Riesen Microsoft wird zurückgewiesen. In Hinsicht auf Lotus Notes/Domino wird zwar weiterhin Software zur E-Mail-Archivierung angeboten und es besteht auch die Möglichkeit der technischen Integration von Domino als Quellsystem, doch gehört die Zukunft dem Kundenwunsch entsprechend Sharepoint.
Im Bereich des Content-Management will Open Text seine Produkte mittels der Iview-Technik in das „SAP Enterprise Portal“ integrieren und die Netweaver-Plattform durch die eigenen ECM-Produkte erweitern. Durch Ixos verfügt Open Text über ausreichendes SAP-Know-how und eine entsprechende Kundenbasis. Das Unternehmen sieht Ixos bzw. Archivlösungen auch im nächsten Jahr als wichtigsten Umsatz-Lieferanten, da Firmen momentan überwiegend Archivierungs-Lösungen für E-Mails und Dokumente suchen. Als Beispiele werden Unternehmen wie Siemens und Bayer genannt, welche ihren E-Mail-Verkehr systematisch archivieren bzw. dies in Zukunft tun wollen und dafür entsprechende Software-Lizenzen ordern. Beim Verkauf entsprechender Systeme könnte dann auch die übrige Produkt-Palette angeboten werden. Dies erfordert laut Firmen-Management einige Modifikationen der Produktstrategie. Zugekaufte Content-Management-Lösungen von Gauss und Obtree erzielten in den letzten sechs Quartalen nicht den erhofften Absatz. Open Text erwartet in diesem Bereich aber eine wachsende Nachfrage in den kommenden Monaten, wobei dem Kundenwunsch nach umfassenderen Lösungen entsprochen werden müsse. So sollen auch Aufgaben im Dokumenten-Management abgedeckt werden. Dies läuft konform mit dem Bestreben von Open Text das aufgedunsene Portfolio zu komprimieren. Als Zielgruppe sieht man hier die Pharmaindustrie, Finanzdienstleiser, die öffentliche Verwaltung, oder auch die Industriezweige für Medien oder Telekommunikation.
Da Partner wie die großen Systemintegratoren im Zuge der steigenden Compliance-Anforderungen entsprechende Software einführen wollen, plant Open Text eine Dezentralisierung des Vertriebes mittels einer stärkeren Beteiligung eben dieser Partner.
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